Interview mit einer Norderin

Das folgende Interview mit einer jungen Frau aus Norden wurde am Donnerstag dem 6. August 2009 in der Stadt Norden durchgeführt. Um die Persönlichkeitsrechte der Interviewpartnerin gewährleisten zu können, werden im Folgenden keine Hinweise bezüglich ihrer Identität veröffentlicht, sondern die befragte Frau lediglich mit dem frei erfundenem Namen: "Sonja" betitelt.

Red: Hallo Sonja, ich weiß ja schon, daß sie hier in Norden geboren sind und auch hier leben und daß Sie in der Gastronomie tätig sind. Darf ich Ihnen diesbezüglich ein paar Fragen stellen?

Sonja: Ja klar, warum nicht.

Red: Zur Zeit arbeiten Sie ja in einem Betrieb in Norddeich. Waren sie immer dort, oder haben Sie auch schon in anderen gastronomischen Betrieben gearbeitet.

Sonja: Ja, ich habe schon in mehreren Betrieben gearbeitet. In der Hauptsache hier in Norden oder eben in Norddeich, aber auch auf Norderney habe ich schon einmal in einem Restaurant gearbeitet.

Red: Dann ist es für Sie sicher auch nicht sonderlich schwer, eine entsprechende Anstellung zu finden, wenn Sie mal wechseln wollen.

Sonja: Nein, daß ist wirklich kein Problem. In der Gastronomie hat man es hier nicht wirklich schwer, einen Job zu finden. Deshalb mache ich mir auch nie wirklich Sorgen um meinen Arbeitsplatz und wenn ich mal Lust auf Veränderung habe, finde ich eigentlich immer innerhalb kurzer Zeit eine neue Anstellung.

Red: Das gilt aber doch sicher nur für die Sommermonate, wenn hier viele Menschen Urlaub machen, oder?

Sonja: Nein, mittlerweile ist hier auch im Winter immer recht viel los. Zwar nicht ganz so viel, wie jetzt, aber Urlauber gibt es hier eigentlich über das ganze Jahr.

Red: Macht Ihnen die Arbeit denn Spaß? Ich könnte mir vorstellen, daß Ihr Beruf mit sehr viel Streß verbunden ist.

Sonja: Oh ja, Streß habe ich wirklich oft. Wenn man den ganzen Abend bedient hat, dann ist man nach Feierabend auch bedient.

Red: Würden Sie den Job denn manchmal gerne aufgeben und etwas ganz anderes machen.

Sonja: Nein, letztlich macht mir meine Arbeit ja Spaß. Es ist halt manchmal etwas sehr viel und ich wünschte mir, daß ich etwas häufiger Mal ein paar Tage frei hätte. Aber ich will mich nicht beklagen, schließlich verdiene ich meinen kompletten Lebensunterhalt über die Gastronomie. Und auf die Trinkgelder möchte ich auch nicht verzichten müssen.

Red: Ich bin vorhin hier in Norden einmal durch die Innenstadt gelaufen und war erstaunt, wie viel Menschen sich hier aufhalten. Von Ihrer Arbeit einmal abgesehen, Sonja, geht Ihnen der starke Tourismus hier nicht auch manchmal auf die Nerven?

Sonja: Na ja, jetzt im Hochsommer ist es wirklich manchmal etwas sehr viel. Aber hier in Norden empfinde ich es persönlich gar nicht als so extrem, vor allem, wenn ich Norden mit Norddeich oder Norderney vergleiche.

Red: War der Tourismus hier in der Gegend denn immer schon so stark ausgeprägt?

Sonja: Urlauber hatten wir hier schon immer sehr viele. Früher war es aber, anders als heute, hauptsächlich auf die Hauptsaison beschränkt. Insgesamt gesehen, meine ich, daß sich der Tourismus hier in den letzten Jahren immer weiter verstärkt hat. Es machen wohl wirklich immer mehr Menschen Urlaub in Deutschland.

Red: Würden Sie sich denn wünschen, daß sich der Tourismus wieder etwas zurück entwickelt und daß es hier wieder ein wenig ruhiger wird?

Sonja: Nein, auf gar keinen Fall. Ich, und sehr viele andere Menschen hier, lebe schließlich vom Tourismus. Wenn wir hier keine Urlauber mehr hätten, dann hätte ich hier beruflich ja kaum noch eine Perspektive. Ich müßte dann wohl hier wegziehen und könnte meine Familie und meine Freunde dann sicher nur noch selten sehen. Nein, ich hoffe, daß uns der Tourismus noch lange Zeit erhalten bleibt, dann kann ich auch mit Sicherheit in meiner Heimat bleiben.

Red: Ich denke, daß war ein schönes Schlußwort. Vielen Dank, Sonja, daß Sie mir so bereitwillig Auskunft gegeben haben.

Norden-Norddeich und die Gemeinde Brookmerland
Die Stadt Norden
Interview mit einer Norderin
Norddeich, Urlaubsziel und Fährhafen
Das Warftendorf: Wirdum
Marienhafe im Brookmerland