Interview mit einer Suurhuserin

Das folgende Interview mit einer Frau, die zusammen mit ihrem Mann seit fast 20 Jahren in Suurhusen lebt, wurde am 11.07.2009 durchgeführt. Um die Persönlichkeitsrechte der Interviewpartnerin gewährleisten zu können, wird im Folgenden nicht ihr realer Name genannt, sondern die Interviewpartnerin wird lediglich als "Frau M." bezeichnet.

Red: Hallo, Frau M., wie ich weiß, leben Sie ja schon sehr lange in Suurhusen, darf ich Ihnen diesbezüglich ein paar kurze Fragen stellen?

Frau M. (schmunzelnd): Ja, fragen können Sie mich eigentlich alles. Ob ich immer antworten werde, weiß ich allerdings nicht.

Red: Na, so schlimm werden die Fragen schon nicht werden. Mich interessiert hauptsächlich ihre Kirche mit dem "schiefsten Turm der Welt". Ich denke, daß Sie mir darüber etwas erzählen können.

Frau M.: Na klar, zu unserer Kirche habe ich ein besonderes Verhältnis, schließlich habe ich meinen Mann in unserer "Rekord"-Kirche geheiratet. Damals wußten wird zwar noch gar nicht, daß unsere Kirche eine ganz besondere Kirche ist, aber im nachhinein ist es schön, gerade hier geheiratet zu haben.

Red: Aha, Sie habe also hier geheiratet, als Suurhusen noch ein ganz "normales" Dorf war und sehen die Tatsache, daß der Kirchturm jetzt im Guiness Buch verzeichnet ist, als "gutes Omen" für Ihre Ehe.

Frau M.: Nee, nicht ganz so. Es ist nur einfach schön, in der Kirche als Einwohner Suurhusens noch ganz regulär geheiratet zu haben. Heute kann sich ja, unabhängig vom Wohnsitz, jedes Paar hier trauen lassen und das wäre damals halt noch nicht möglich gewesen.

Red: Haben Sie die Feierlichkeiten bezüglich des Guiness Buch Eintrages seiner Zeit live miterlebt?

Frau M.: Nun ja, das wäre schon schwer gewesen, das nicht mitzubekommen. Suurhusen war ja ganz groß in den Medien damals.

Red: Hat sich das Leben in Suurhusen denn verändert, seit offiziell feststeht, daß Suurhusen den "schiefsten Turm" der Welt hat.

Frau M.: Ja und Nein. Also der normale Alltag ist genau wie früher. Vielleicht abgesehen von der Tatsache, daß jetzt sehr oft Busse vor der Kirche stehen und eigentlich ständig Touristen im Ort sind. Die stärkste Veränderung spürt man allerdings meistens dann, wenn man nicht in Suurhusen ist, sondern im Urlaub oder so.

Red: Das verstehe ich nicht, wie meinen Sie das?

Frau M.: Also, wenn wir früher im Urlaub waren und jemand wollte wissen, wo wir denn herkommen, dann war es immer aufwendig zu erklären, wo denn Suurhusen liegt. Heute brauchen wir meistens nur noch sagen, daß wir aus dem Dorf mit dem "schiefsten Turm der Welt" kommen und die meisten Leute wissen dann sofort Bescheid.

Red: Ja, daß kann ich mir gut vorstellen. Fühlen Sie, als Suurhuserin sich nach den Guiness Buch Eintrag selber irgendwie als Weltrekordler?

Frau M.: Nein, das wäre ja völlig übertrieben. Ich denke, das gilt auch für andere Suurhuser. Wir sind schließlich bodenständig hier und nicht abgehoben. Aber auf unsere Kirche und den Turm bin ich schon stolz.

Red: Ich glaube, das war jetzt ein richtig gutes Schlußwort. Dann möchte ich Sie auch gar nicht länger ausfragen und bedanke mich nur noch bei Ihnen.

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