Interview mit Wangerooge Urlaubern

Das folgende Interview fand am 13.07.2009 auf der Insel Wangerooge in einem Straßencafé im Ort: Wangerooge statt. Befragt wurde ein Ehepaar im mittleren Alter aus dem süddeutschen Raum, daß im Juli 2009 einen Urlaub auf Wangerooge verbracht hat. Um die Persönlichkeitsrechte des befragten Ehepaares gewährleisten zu können, werden im Folgenden keine Angaben zur Person gemacht und das Paar lediglich als Frau A. und Herr A. bezeichnet.

Red: Sie machen doch sicher Urlaub hier auf Wangerooge, oder?

Herr A.: Ja, ich denke mein Kameraequipment verrät alles, oder?

Red: Nicht nur Ihre Kamera, Herr A., die Chance, daß um diese Jahreszeit ein Insulaner so entspannt in einem Café sitzen würde, scheint mir sehr gering zu sein. Ich denke, man kann hier bei fast allen Menschen getrost auf "Urlauber" tippen.

Herr A.: Ja, da haben Sie sicher recht.

Red: Gefällt Ihnen die Insel Wangerooge denn?

Herr A.: Wir sind gestern Abend erst hier angekommen. Dazu können wir jetzt also noch gar nicht viel sagen.

Red: Und Ihr erster Eindruck?

Frau A.: Ach, heute fand ich unsere erste kleine Inseltour nicht schlecht. Aber gestern Abend, als wir angekommen sind, da war ich etwas genervt.

Red: Genervt? Was hat Sie denn gestört?

Frau A.: Daß es so lange gedauert hat, bis wir endlich mal im Hotel einchecken konnten. Erst den ganzen Tag auf der Autobahn, da wir ja ganz aus dem Süden Deutschlands angereist sind. Dann dauerte es sehr lange, bis die Fähre endlich mal losgefahren ist, dann mußten wir noch sehr lange warten, bis sich die Inselbahn endlich mal in Bewegung gesetzt hat, und so weiter.

Herr A.: Meine Frau übertreibt etwas. Aber wenn sie genervt ist, dann ist sie genervt. Und für die schöne Natur, die man schon auf der Fähre genießen konnte und dann auch während der Fahrt mit der Inselbahn, dafür hat sie dann gar keine Augen mehr.

Red: Ja, der Ausblick von der Inselbahn aus, ist wirklich nicht schlecht. Wie lange bleiben Sie denn auf der Insel und was haben Sie alles vor?

Frau A.: Also ich möchte mich entspannen, die Insel sehen und auch mal etwas shoppen gehen. Und mein Mann wird wohl hauptsächlich mit seinem Fotoapparat unterwegs sein.

Herr A.: Ja, daß werde ich. Aber an den Strand gehen, ausruhen und ein wenig schwimmen, das können wir auch gerne mal machen.

Frau A.: Wenn der Strand nicht so voll ist wie vorhin, dann gerne. Aber eben , da wäre es mir schon etwas zu überfüllt gewesen, um es richtig genießen zu können.

Herr A.: Nun übertreib nicht gleich wieder. Wir haben ja erst einen kleinen Ausschnitt des Strandes gesehen. Der ist ja noch sehr viel länger. Und wenn wir nicht direkt vom Ort aus an den Strand gehen, wird es mit Sicherheit auch nicht so voll sein.

Red: Ich denke, da hat Ihr Mann recht, Frau A., die meisten Menschen gehen natürlich direkt hier vom Ort aus auf dem kürzesten Weg zum Strand. Da kann es dann an diesem Strandabschnitt durchaus einmal etwas voll sein.

Herr A.: Ja, genau, und wir wollen doch ohnehin hauptsächlich die etwas abgelegenen Ecken der Insel erkunden.

Red: Was haben Sie da denn genau vor?

Herr A.: Also, ich bin absoluter Naturliebhaber und Hobby-Fotograf und ich will die Naturschönheiten und möglichst viele Tiere fotografieren.

Red: Und wie machen Sie Ihre Touren? Nur zu Fuß, oder wollen Sie sich auch Fahrräder leihen?

Herr A.: Hier auf der Insel wird das Fahrrad wohl das Günstigste sein, denke ich.

Frau A.: Wenn man vom Strand absieht, vielleicht. Ich denke am Strand würde uns ein Fahrrad wohl nicht viel bringen.

Herr A.: Nee, das ist natürlich klar. Am Strand werden wir wohl mal laufen müssen, sonst würden wir ja völlig in dem feinen Sand versinken. Wir bleiben aber nicht nur auf der Insel. Wir wollen auch ein paar Tagesausflüge machen.

Red: Interessant, was für Ausflüge denn?

Herr A.: Also, ich möchte unbedingt auch das Wattenmeer erkunden. Das muß ja eine herrliche Naturlandschaft sein, ist ja schließlich auch Nationalpark. Ich denke, daß wir eine geführte Tour durchs Watt mitmachen. Da werde ich sicher ein paar schöne Aufnahmen machen können. Außerdem wollen wir auch noch Tagestouren mit dem Schiff mitmachen. Man kann zum Beispiel zu den Seehundsbänken fahren und ein paar dieser Tiere möchte ich auch gerne fotografieren.

Red: Na, da haben Sie sich ja Einiges vorgenommen. Und Sie, Frau A., machen Sie alle Touren Ihres Mannes mit, oder möchten Sie auch gerne mal etwas anderes unternehmen, Segeln oder Surfen zum Beispiel?

Frau A.: Ach hören Sie auf mit Segeln oder Surfen. Ich werde bald 50 Jahre alt, da hat man auf so viel Action keine Lust mehr.. Nein, ich mache die Touren mit meinem Mann schon sehr gerne mit. Ich mag die Natur schließlich auch sehr gerne. Wichtig ist mir nur, daß wir ab und zu auch mal etwas zur Ruhe kommen und zum Beispiel hier ein wenig durch den Ort bummeln. Und am Abend möchte ich gerne immer gut Essen gehen und auch ein schönes Gläschen Wein trinken.

Herr A.: Ja, das können wir auch gerne machen. Und eigentlich sind wir ja gerade dabei, so etwas zu machen. Wir können uns auch gleich schon einmal ein nettes Restaurant für heute Abend aussuchen.

Red: Da bin ich mir sicher, daß Sie diesbezüglich etwas Geeignetes finden werden. Die Auswahl hier im Ort scheint ja groß genug zu sein.

Herr A.: Ja, daß wird wohl kein großes Problem werden. So anspruchsvoll sind wir auch gar nicht. Ich denke, wir werden einfach "gute Hausmannskost" wählen.

Frau A.: Ja O.K., damit bin ich einverstanden. Und morgen können wir dann ja mal mit einer kleinen Radtour auf Wangerooge anfangen, oder?

Red: Dann möchte ich Ihnen dafür nur noch viel Spaß wünschen, ich muß nämlich gleich weiter. Und insgesamt wünsche ich Ihnen noch einen schönen Aufenthalt auf Wangerooge.

Herr A.: Vielen Dank und Ihnen auch alles Gute.

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