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Norden-Norddeich und die Gemeinde Brookmerland

Ostfriesland und vor allem die ostfriesische Küstenregion bietet viele Orte, die man als Hochburgen des Tourismus bezeichnen kann. Dies gilt ganz besonders für die Region rund um die Stadt Norden. Deshalb ist es für Ostfriesland Urlauber auch empfehlenswert, sich diese Region einmal anzuschauen, selbst wenn das eigentliche Urlaubsdomizil an einem anderem Ort liegt.




Um Ihnen diese Region Ostfrieslands einmal etwas näher zu bringen finden Sie auf den nächsten Seiten Informationen über:
– Die Stadt Norden, die einige Sehenswürdigkeiten zu bieten hat sowie ein kurzes Interview mit einer Norder Einwohnerin.
– Norddeich, dem Küstenort an dem jährlich sehr viele Menschen Ihren Urlaub verbringen oder die Fährverbindungen zu den Inseln Norderney oder Juist nutzen.
– Das Warftendorf: „Wirdum“, das zur Gemeinde: „Brookmerland“ gehört, die südlich an Norden angrenzt.
– Und den Verwaltungssitz der Gemeinde: „Brookmerland“ , die Ortschaft Marienhafe, dessen Bewohner gerne Weltrekorde aufstellen und zudem eine enge Verbindung zum bekannten Piraten: „Klaus Störtebeker“ haben.

Interview mit einer Norderin

Das folgende Interview mit einer jungen Frau aus Norden wurde am Donnerstag dem 6. August 2009 in der Stadt Norden durchgeführt. Um die Persönlichkeitsrechte der Interviewpartnerin gewährleisten zu können, werden im Folgenden keine Hinweise bezüglich ihrer Identität veröffentlicht, sondern die befragte Frau lediglich mit dem frei erfundenem Namen: „Sonja“ betitelt.

Red: Hallo Sonja, ich weiß ja schon, daß sie hier in Norden geboren sind und auch hier leben und daß Sie in der Gastronomie tätig sind. Darf ich Ihnen diesbezüglich ein paar Fragen stellen?
Sonja: Ja klar, warum nicht.
Red: Zur Zeit arbeiten Sie ja in einem Betrieb in Norddeich. Waren sie immer dort, oder haben Sie auch schon in anderen gastronomischen Betrieben gearbeitet.
Sonja: Ja, ich habe schon in mehreren Betrieben gearbeitet. In der Hauptsache hier in Norden oder eben in Norddeich, aber auch auf Norderney habe ich schon einmal in einem Restaurant gearbeitet.
Red: Dann ist es für Sie sicher auch nicht sonderlich schwer, eine entsprechende Anstellung zu finden, wenn Sie mal wechseln wollen.
Sonja: Nein, daß ist wirklich kein Problem. In der Gastronomie hat man es hier nicht wirklich schwer, einen Job zu finden. Deshalb mache ich mir auch nie wirklich Sorgen um meinen Arbeitsplatz und wenn ich mal Lust auf Veränderung habe, finde ich eigentlich immer innerhalb kurzer Zeit eine neue Anstellung.
Red: Das gilt aber doch sicher nur für die Sommermonate, wenn hier viele Menschen Urlaub machen, oder?
Sonja: Nein, mittlerweile ist hier auch im Winter immer recht viel los. Zwar nicht ganz so viel, wie jetzt, aber Urlauber gibt es hier eigentlich über das ganze Jahr.
Red: Macht Ihnen die Arbeit denn Spaß? Ich könnte mir vorstellen, daß Ihr Beruf mit sehr viel Streß verbunden ist.
Sonja: Oh ja, Streß habe ich wirklich oft. Wenn man den ganzen Abend bedient hat, dann ist man nach Feierabend auch bedient.
Red: Würden Sie den Job denn manchmal gerne aufgeben und etwas ganz anderes machen.
Sonja: Nein, letztlich macht mir meine Arbeit ja Spaß. Es ist halt manchmal etwas sehr viel und ich wünschte mir, daß ich etwas häufiger Mal ein paar Tage frei hätte. Aber ich will mich nicht beklagen, schließlich verdiene ich meinen kompletten Lebensunterhalt über die Gastronomie. Und auf die Trinkgelder möchte ich auch nicht verzichten müssen.
Red: Ich bin vorhin hier in Norden einmal durch die Innenstadt gelaufen und war erstaunt, wie viel Menschen sich hier aufhalten. Von Ihrer Arbeit einmal abgesehen, Sonja, geht Ihnen der starke Tourismus hier nicht auch manchmal auf die Nerven?
Sonja: Na ja, jetzt im Hochsommer ist es wirklich manchmal etwas sehr viel. Aber hier in Norden empfinde ich es persönlich gar nicht als so extrem, vor allem, wenn ich Norden mit Norddeich oder Norderney vergleiche.
Red: War der Tourismus hier in der Gegend denn immer schon so stark ausgeprägt?
Sonja: Urlauber hatten wir hier schon immer sehr viele. Früher war es aber, anders als heute, hauptsächlich auf die Hauptsaison beschränkt. Insgesamt gesehen, meine ich, daß sich der Tourismus hier in den letzten Jahren immer weiter verstärkt hat. Es machen wohl wirklich immer mehr Menschen Urlaub in Deutschland.
Red: Würden Sie sich denn wünschen, daß sich der Tourismus wieder etwas zurück entwickelt und daß es hier wieder ein wenig ruhiger wird?
Sonja: Nein, auf gar keinen Fall. Ich, und sehr viele andere Menschen hier, lebe schließlich vom Tourismus. Wenn wir hier keine Urlauber mehr hätten, dann hätte ich hier beruflich ja kaum noch eine Perspektive. Ich müßte dann wohl hier wegziehen und könnte meine Familie und meine Freunde dann sicher nur noch selten sehen.
Nein, ich hoffe, daß uns der Tourismus noch lange Zeit erhalten bleibt, dann kann ich auch mit Sicherheit in meiner Heimat bleiben.
Red: Ich denke, daß war ein schönes Schlußwort. Vielen Dank, Sonja, daß Sie mir so bereitwillig Auskunft gegeben haben.

Marienhafe im Brookmerland

Wenn man die Bundesstraße B72 von der Ortschaft: „Georgsheil“ in Richtung der Stadt Norden fährt, kommt man durch die Ortschaft: „Marienhafe“. Marienhafe ist der größte Ort der Gemeinde „Brookmerland“ und zugleich der Verwaltungssitz dieser ostfriesischen Gemeinde. Die Einwohner des Ortes Marienhafe lieben es, Rekorde aufzustellen und schafften es im Jahre 1999 mit der „längsten Teetafel der Welt“, an der rund 3000 Menschen saßen, ins Guiness Buch der Weltrekorde. Ein weiterer „Weltrekord folgte erst vor Kurzen mit der „größten Ansammlung“ an Piraten, da sich fast 2000 Menschen als Piraten verkleideten und Marienhafe zu einer „Piraten Hochburg“ machten.

Mit Piraten hatte die Ortschaft Marienhafe allerdings auch früher schon viel zu tun, da es zwischen Marienhafe und dem bekannten Piraten: „Klaus Störtebecker“ eine Verbindung gibt.

Marienhafe und „Klaus Störtebeker“
Der Pirat: „Klaus Störtebeker“ soll sich von 1396 bis 1400 in Marienhafe aufgehalten und den Ort zu seinem Lebensmittelpunkt gemacht haben. Deshalb sind die Marienhafener dem berühmten Piraten auch sehr verbunden und haben den Turm ihrer Kirche nach Störtebeker benannt. (Störtebekerturm). In diesem Kirchturm gibt es auch ein Kirchenmuseum mit einer „Störtebekerkammer“, wo man sich über das Leben des Piraten informieren kann. Außerdem machten die Marienhafener Einwohner Ihre Verbundenheit zu „Klaus Störtebeker“ auch noch mit einer Statue, die man auf dem Markplatz in Marienhafe findet, deutlich.

Der Ortskern von Marienhafe

Der Ortskern von Marienhafe ©Günter Dehne

Norddeich, Urlaubsziel und Fährhafen

Norddeich liegt unmittelbar an der ostfriesischen Nordseeküste nur wenige Kilometer von der Stadt Norden entfernt. Norddeich war ursprünglich ein einfaches Fischerdorf, hat sich im Laufe der Jahre jedoch zu einer Tourismus Hochburg entwickelt. So verbringen heutzutage jährlich sehr viele Menschen in Norddeich ihren Urlaub, die entweder in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen bzw. Ferienhäusern oder auch auf dem großen Campingplatz Übernachtungsmöglichkeiten vorfinden.

Da sich der Tourismus in Norddeich so stark entwickelt hat, gibt es mittlerweile auch ein großes Angebot im gastronomischem Bereich, so daß man aus einer Vielzahl von Restaurants oder Kneipen wählen kann. Zudem bietet Norddeich natürlich ein breites Spektrum an Freizeitangeboten.

Freizeitangebote in Norddeich
Das wohl wichtigste Freizeitangebot eines Ortes direkt an der Küste, besteht wohl aus Strandaktivitäten und Wassersport. Den Strand in Norddeich erreicht man über das „Haus des Gastes“. Hier kann man alle üblichen Aktivitäten, wie Sonnenbaden, Bauen von Strandburgen, Beach-Volleyball u.s.w. betreiben. Bei Hochwasser sind naturgemäß auch Aktivitäten in der Nordsee möglich. Auf Badespaß muß man jedoch auch bei Ebbe nicht verzichten, denn vom Strand aus hat man direkten Zugang zu einem Freibad. Sollte das Wetter einmal keine Aktivitäten am Strand oder im Freibad zulassen, kann man sich alternativ auch im überdachten Meerwassererlebnisbad „Ocean Wave“ vergnügen.

Neben Aktivitäten rund um Strand und Wasser, bietet Norddeich noch diverse Angebote aus dem Wellnessbereich sowie Kurangebote für erholungsbedürftige Menschen. So gibt es in Norddeich beispielsweise ein Therapiezentrum mit Kurklinik.

Zudem bietet es sich im Rahmen eines Urlaubes in Norddeich an, einmal die Fährverbindungen zu den Nordseeinseln Norderney und Juist zu nutzen, um auch diese Inseln einmal kennenzulernen. Wer die Insel Juist im Rahmen eines Tagesausfluges besuchen möchte, sollte sich allerdings den Fährplan im Vorfeld genauer betrachten und sich für einen Ausflug einen Tag auswählen, an dem die Gezeiten so günstig liegen, daß sich ein Tagesausflug auch wirklich lohnt und man hinreichend viel Zeit auf der Insel verbringen kann. Solche Planungen sind für Tagesausflüge nach Norderney nicht notwendig, da hier die Fähren relativ unabhängig von den Gezeiten fahren können.

Die Stadt Norden

Norden ist die am weitesten im Nordwesten gelegene Stadt auf dem deutschen Festland und beherbergt rund 25.000 Einwohner. Bedingt durch die Lage nahe der ostfriesischen Küste ist die Stadt Norden sehr stark vom Tourismus geprägt und viele der Einwohner Nordens leben direkt oder indirekt von diesem Wirtschaftszweig.

So verfügt Norden über viele gastronomische Betriebe und es gibt viele Unterkünfte für Urlauber in oder um Norden. Viele der Urlauber, die man in der Stadt Norden antrifft, verbringen ihren Urlaub jedoch nicht direkt in der Stadt Norden, sonder besuchen die Stadt im Rahmen von Tagesausflügen von ihren Urlaubsdomizilen aus, nutzen in Norden die verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten oder schauen sich einfach einmal die Sehenswürdigkeiten der Stadt an.

Sehenswürdigkeiten in Norden
Bei einem Bummel durch die Stadt Norden kann man sich recht viele Sehenswürdigkeiten betrachten. Zwei der Sehenswürdigkeiten in Norden begegnen einem schon direkt wenn man aus südlicher Richtung über die Bundesstraße 72 in die Stadt gelangt. So wird man in Norden nicht, wie in vielen anderen Städten, durch ein Denkmal begrüßt, sondern man kann sich beim Erreichen des Stadtkernes am Anblick einer überdimensionalen Schnapsflasche erfreuen. Diese „Statue“ wurde einst dort aufgestellt, da die entsprechende Spirituose lange Zeit in der Stadt Norden produziert wurde. Des weiteren kann man sich bei Erreichen der Stadt Norden noch zwei alte Windmühlen betrachten, die über die Stadt ragen.

Direkt im Stadtkern am Norder Marktplatz findet man die Ludgeri Kirche. Diese im 13. Jahrhundert im romanischem Baustil errichtete Kirche besticht durch ihr imposantes Äußeres. In der Kirche findet man viele kunsthistorische Schätze, wie zum Beispiel die zweitgrößte erhaltene „Arp-Schnitger-Orgel“ Deutschlands. Der ebenfalls sehenswerte Glockenturm der Kirche wurde etwas später erbaut und befindet sich neben dem Kirchenschiff.

Nicht weit von der Ludgeri Kirche entfernt kann man das „ostfriesische Teemuseum“ besichtigen. Dieses Museum befindet sich in einem sehr schönen alten Gebäude und ist somit auch von außen aus schon eine Sehenswürdigkeit. Im Museum selber kann man sich über die Geschichte des Tees in Europa informieren.

Neben dem Teemuseum gibt es in der Stadt Norden noch sehr viele weitere gut erhaltene alte Bauwerke, die man sich bei einem Stadtbummel betrachten kann. Eines dieser Gebäude ist zum Beispiel das „alte Zollhaus“, daß sich direkt am kleinen Norder Hafen befindet.

Das Warftendorf: Wirdum

Über die Kreisstraße K255, die von der Bundesstraße 72 im Orte Loppersum abzweigt, oder über die Landstraße L26 von Marienhafe aus, kann man das Dorf: „Wirdum“ erreichen.
Dieses mit nur rund 1000 Einwohnern recht kleine Dorf wurde auf einer sogenannten Warft erbaut. Eine Warft ist eine Art künstlich erschaffener Hügel und war früher notwendig um Ortschaften vor Hochwasser und Sturmfluten zu schützen. So wurde in einem Warftendorf zumeist die Kirche auf dem höchsten Punkt der Warft errichtet und um die Kirche herum wurden die Wohnhäuser und Höfe errichtet. Da im Falle einer Sturmflut nicht alle Häuser wirklich sicher vor den Fluten geschützt waren (zumindest, wenn diese im unteren Teil der Warft lagen), flüchteten die Bewohner von Warftendörfen bei Sturmfluten oft in die „sichere“ Kirche.

In der Ortschaft Wirdum kann man den Aufbau eines solchen Warftendorfes noch sehr gut nachvollziehen, so daß es sich schon deshalb lohnt, einen kleinen Abstecher nach Wirdum zu machen. Auf jeden Fall sollte man sich jedoch die Kirche in Wirdum einmal genauer betrachten.

Das charmante Bauwerk der Wirdumer Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im Inneren der Kirche findet man zum Beispiel eine sehr alte Kanzel (aus dem Jahre 1699) und einen Abendmahlskelch aus dem Jahre 1592. Der Kirchturm der Wirdumer Kirche wurde wie bei vielen ostfriesischen Kirchen an einem separaten Platz errichtet, da die Bodenverhältnisse eine Errichtung auf dem Kirchenschiff nicht zulassen.